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Was sollte eine GPS-Aufzeichnung tun, wenn das Signal abreißt?

Jeder Tracker trifft irgendwann auf einen Tunnel. Der Unterschied liegt darin, was er über das Stück aufschreibt, das er nicht sehen konnte — und die übliche Antwort, eine gerade Linie über die Lücke, ist eine Zahl, für die die App nicht geradestehen kann.

Du fährst in einen Tunnel. Vier Minuten lang hört der Empfänger nichts. Am anderen Ende kommst du heraus, und die Positionen laufen wieder ein. Deine App hat jetzt zwei Punktwolken mit einem Loch dazwischen, und sie muss entscheiden, was sie über dieses Loch aufschreibt.

Es gibt nur drei ehrliche Möglichkeiten, und die meisten Apps nehmen die erste.

Möglichkeit eins: eine gerade Linie ziehen

Den letzten Punkt vor dem Ausfall mit dem ersten danach verbinden und diese Linie als gefahren behandeln. Das ist am einfachsten umzusetzen und sieht ordentlich aus, und das ist im Wesentlichen der Grund, warum es überall die Voreinstellung ist.

Es ist aber auch erfunden. Die App hat keinerlei Beleg dafür, was in diesen vier Minuten passiert ist. Die gerade Linie schneidet durch einen Hang oder über einen Fluss, und ihre Länge — wie groß sie auch sein mag — landet in deiner Distanz, wo sie von tatsächlich zurückgelegter Strecke nicht mehr zu unterscheiden ist. Auf einer Stadtrunde mit einem Dutzend kurzer Aussetzer summiert sich das leise und immer in dieselbe Richtung: nach oben, nie nach unten.

Der schlimmste Fall ist gar kein Tunnel. Es ist das Telefon, das unten im Tal den Empfang verloren hat, ihn elf Kilometer später wiederfand und eine schnurgerade Elf-Kilometer-Linie über einen Berg zeichnete, um den du herumgefahren bist.

Möglichkeit zwei: die Tour wegwerfen

Sich weigern, irgendetwas zu zeigen, bei dem man sich nicht sicher ist. Das macht niemand, und niemand sollte es tun — eine Achtzig-Kilometer-Tour mit vier schlechten Minuten darin ist eine gute Tour, und sie zu löschen, um eine Statistik zu schützen, ist ein schlechter Tausch.

Möglichkeit drei: das Loch als Loch aufschreiben

Die beiden Abschnitte getrennt halten, die Lücke als echtes Objekt mit beiden Enden und einem Zeitstempel speichern, nichts darüber hinweg interpolieren und ihre Luftlinie nicht zur Distanz addieren. Und das dann auch auf dem Bildschirm sagen: Dieses Stück fehlt, es hat vier Minuten gedauert, und die Zahl darunter enthält es nicht.

Das ist weniger ordentlich und erheblich nützlicher. Es bedeutet, dass die Distanzangabe eine Untergrenze ist und keine Schätzung — alles darin ist etwas, das der Empfänger wirklich gesehen hat — und es bedeutet, dass du hinterher erkennen kannst, ob eine Tour eine saubere Messung ist oder eine mit Löchern. Eine etwas kleinere Zahl, der man trauen kann, schlägt eine etwas größere, der man nicht trauen kann.

Roam nimmt diese Möglichkeit. Wenn keine Positionen mehr eintreffen, schließt es das laufende Segment und beginnt ein neues, und die Lücke wird in den zwei Angaben gespeichert, die der abschließende Punkt ohnehin trägt, festgeschrieben in derselben Transaktion wie dieser Punkt — eine Lücke kann also gar nicht halb geschrieben existieren, selbst wenn die App mitten im Tunnel beendet wird. Lücken werden nie interpoliert, und ihre Länge wird nie als Distanz gezählt. Das gestrichelte Stück auf der Karte und der Satz, der dir sagt, wie lange das Signal weg war, stammen aus derselben Funktion. Bild und Zahl können also gar nicht auseinanderlaufen.

Das schwierigere Problem: Halt und Aussetzer sehen identisch aus

Aus einem bloßen Strom von Koordinaten heraus sind das Stehen an einer roten Ampel und der Verlust des Empfangs dasselbe: Die Position ändert sich nicht mehr, oder sie trifft nicht mehr ein. Apps, die in die eine Richtung falsch raten, pausieren deine Tour am Tunneleingang und verlieren vier Minuten verstrichene Zeit. Apps, die in die andere Richtung falsch raten, lassen die Uhr weiterlaufen, während du im Café sitzt, und melden dann eine Zwei-Stunden-Tour mit einem Bewegungsdurchschnitt, der keinen Sinn ergibt.

Der Ausweg besteht darin, das GPS nicht mehr zu fragen. Ein Telefon hat einen Beschleunigungssensor und weiß ganz genau, ob es gerade mit fünfundzwanzig Stundenkilometern getragen wird oder auf einem Tisch liegt, und dieses Signal ist völlig unabhängig davon, ob irgendein Satellit hörbar ist. Roam zieht die Bewegungsdaten des Telefons genau dafür heran: um einen echten Halt von einem verlorenen Signal zu unterscheiden und deine Tour nicht versehentlich zu pausieren. Es ist der einzige Grund, warum die App überhaupt nach „Bewegung & Fitness“ fragt.

Was du an deiner eigenen App prüfen kannst

  1. Fahr durch einen Tunnel oder ein Parkhaus und schau dir danach die Karte an. Gibt es dort einen gestrichelten Abschnitt oder einen verdächtig geraden?
  2. Vergleich die Distanz mit einer Strecke, deren Länge du kennst. Auf Stadtrunden dauerhaft zu hohe Werte sind die Handschrift interpolierter Lücken.
  3. Schau nach, ob die App den Ausfall überhaupt erwähnt. Tut sie es nicht, hast du keine Möglichkeit zu wissen, welche deiner Touren sauber sind.
  4. Mach an einer Stelle mit freiem Himmel zehn Minuten Pause und prüfe, ob verstrichene Zeit und Bewegungszeit sinnvoll auseinanderlaufen.

Nichts davon macht aus einem Telefon ein Vermessungsgerät. Ein Telefon in der Trikottasche, unter einer nassen Jacke, neben einer Tüte Werkzeug empfängt schlechter als ein am Lenker montierter Radcomputer mit ordentlicher Antenne, und keine Software der Welt behebt das. Was Software leisten kann, ist, dir ehrlich zu sagen, welche Teile des Tages sie tatsächlich gesehen hat.

Häufige Fragen

Warum führt meine GPS-Spur mitten durch Gebäude?

Dafür gibt es zwei verschiedene Ursachen. Reflektierte Signale in einer Straße mit hohen Häusern auf beiden Seiten verschieben einzelne Positionen um zehn Meter und mehr, und daraus wird eine zackige Linie. Ein einzelnes langes, gerades Stück quer durch einen Häuserblock ist etwas anderes: Da verbindet eine App zwei Enden über eine Lücke hinweg, für die sie keine Daten hat.

Sollte der Tunnel, durch den ich gefahren bin, in der Distanz stecken?

Er lässt sich nicht messen, also kann er nur geschätzt oder weggelassen werden. Eine Luftlinien-Schätzung dazuzurechnen vermischt geschätzte und gemessene Distanz still und leise in derselben Zahl. Ihn wegzulassen liefert dir eine Distanz, die etwas zu klein ist und vollständig aus Dingen besteht, die der Empfänger gesehen hat — plus einen Hinweis darauf, was fehlt.

Warum hat meine App die Tour im Tunnel pausiert?

Eine automatische Pause, die nur mit Positionsdaten arbeitet, kann „bewegt sich nicht“ nicht von „hört nichts“ unterscheiden, also liest sich ein Ausfall wie ein Halt. Nimmt man stattdessen die Bewegungssensoren des Telefons hinzu, trennen sich die beiden Fälle, denn einem Beschleunigungssensor ist es egal, ob ein Satellit in Sicht ist.

Ist die Aufzeichnung durch eine Signallücke ruiniert?

Nein. Die Teile links und rechts davon sind genau so gut wie vorher. Entscheidend ist, ob die App dir sagt, dass die Lücke da ist, und sie aus den Summen heraushält, damit du weißt, was du vor dir hast.

Eine Aufzeichnung, die die Tour nicht verliert

Roam schreibt jeden GPS-Punkt in dem Moment aufs Telefon, in dem er eintrifft, markiert Signallücken, statt eine gerade Linie hindurchzuziehen, und liest die Höhenmeter vom Barometer statt aus der GPS-Höhe. Kein Konto, keine Anmeldung, keine Synchronisierung. Eine Tour aufzuzeichnen, sie anzusehen und sie abzuspielen ist kostenlos.

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